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Lebensversicherung
News vom 17. Februar 2009
Die Lebensversicherung ist eine Individualversicherung, mit der in Deutschland das Todesfall- sowie das Langlebigkeitsrisiko versichert werden. Am Ende der Laufzeit wird einmalig eine bestimmte Summe ausgezahlt.
Grundsätzlich muss man zwischen zwei verschiedenen Versicherungstypen unterscheiden. Zum einen kann eine Kapitallebensversicherung abgeschlossen werden, die in der Regel eine Kombination aus einer Risikolebensversicherung sowie einer kapitalbildenen Geldanlage bildet. Das angesparte Kapital wird später häufig für die Absicherung der Altersvorsorge herangezogen. Desweiteren ist es möglich, diese Versicherung als Sicherheit für die Finanzierung einer Immobilie einsetzen.
Mittlerweile existieren in alleine in Deutschland rund 100 Millionen Lebensversicherungsverträge, die eine Kapitalanlage von circa 700 Milliarden Euro beinhalten. Bei der Risikolebensversicherung dagegen sichert der Vertragspartner ausschließlich das Todesfallrisiko ab, es erfolgt keine Kapitalauszahlung am Ende des Vertrages. Dementsprechend sind die Beiträge für diese Versicherung natürlich erheblich geringer als die, die der Versicherte bei einer Kapitallebensversicherung zu zahlen hat.
Generell kalkulieren die Versicherungen die Beiträge der Lebensversicherung so, dass selbige während der Laufzeit nahezu konstant bleiben. Trotz der ungewöhnlich langen Vertragslaufzeit bleibt der Versicherer an die zu Vertragsbeginn vereinbarten Bedingungen gebunden. Alle Versicherungsdienstleister unterliegen einem strengen europäischen Regelwerk, welches sicherstellen soll, dass die Verpflichtungen eingehalten werden können.
Das Versicherungsvertragsgesetz wurde in Deutschland zu Beginn des Jahres 2008 letztmalig reformiert. Die deutschen Lebensversicherer greifen dabei auf die traditionellen Methoden der Versicherungsmathematik zurück. Dabei wird der zu leistende Beitrag nach einem Äquivalenzprinzip ermittelt. Dabei sind die Beiträge für Frauen in der Regel leicht niedriger als die für Männer, da weibliche Bürger laut demographischen Untersuchungen eine höhere Lebenserwartung haben.
Im Rahmen der Gleichstellungsdiskussion wird allerdings auch häufig die Einführung von sogenannten “Unisex-Tarifen” gefordert, bei denen das Geschlecht des Versicherten keine Rolle spielt. In über 50 Prozent der Fälle kommt es zu einer vorzeitigen Kündigung beziehungsweise Abänderung der Lebensversicherung. Diese Stornoquote ist vor allem in den ersten Jahren der Vertragslaufzeit ungewöhnlich hoch. Kritiker sehen darin einen Beweis für die schlechte Beratungsqualität der Versicherer. Die unzureichende Flexibilität der Lebensversicherung steht generell häufig in der Kritik.
Bis zu Beginn des Jahres 2005 war das Kapital, welches durch die Lebensversicherung ausgezahlt wurde, komplett von der Steuer befreit. Seit der Abschaffung dieser Steuerfreiheit gibt es allerdings keine Möglichkeit mehr, einen Freistellungsauftrag genehmigt zu bekommen. Der gesamte Kapitalertrag wird von nun zur Hälfte mit dem persönlichen Steuersatzes des Versicherten versteuert. Ist der Vertrag weniger als 12 Jahre gelaufen oder lief die Lebensversicherung vor Beendigung des 60. Lebensjahres ab, so muss der Ertrag sogar voll mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden.
Tags:Versicherte, Lebensversicherung, Kapitallebensversicherung, Versicherungen, Risikolebensversicherung
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